"Lüge vergeht, Wahrheit besteht!"
-Helmuth von Moltke

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Simon Wiesenthal: Falscher Nazijäger

von Mark Weber


Simon Wiesenthal ist eine lebende Legende. In einer formellen Zeremonie im August 1980 überreichte Präsident Carter dem berühmtesten Nazijäger der Welt tränenden Auges eine Goldmedaille, die ihm vom Kongreß verliehen worden war. Im November 1988 rühmte Präsident Reagan ihn als einen "wahren Helden" dieses Jahrhunderts.

Er ist Empfänger von Deutschland's höchstem Orden, und eine der wichtigsten Holocaust- Organisationen der Welt trägt seinen Namen: "Simon Wiesenthal Zentrum" in Los Angeles. 1978 in der Film-Fantasie "The Boys from Brazil" wurde er von dem verstorbenen Laurence Olivier dargestellt, und von Ben Kingsley im April 1989 in einem für das Fernsehen hergestellten Film: "Die Mörder sind unter uns: Die Simon Wiesenthal Story".

Wiesenthal's Ruf ist unverdient. Der Mann, bekannt als "der Racheengel des Holocaust" hat einen bestens dokumentierten Ruf für rücksichtslose Mißachtung der Wahrheit: Er log über seine eigenen Erfahrungen während des Krieges, gab falsche Darstellungen über seine Nachkriegs-" Nazijagd" und verbreitete abscheuliche Unwahrheiten über angebliche deutsche Greuel. Er ist bestimmt kein moralisches Vorbild.

Betrügerischer "Nazijäger"

Wiesenthal's Ruf als berühmtester "Nazijäger" der Welt ist vollkommen unverdient. Sein größter Erfolg in mehr als 30jähriger Suche nach "Nazi-Kriegsverbrechern" war seine angebliche Rolle bei der Feststellung des Aufenthaltsortes und der Gefangennahme von Adolf Eichmann. (Eichmann leitete während des Krieges die Abteilung der SS für jüdische Angelegenheiten. Er wurde 1960 durch israelische Agenten in Buenos Aires entführt und in Jerusalem nach einem Gerichtsverfahren, das weltweite Aufmerksamkeit erhielt, gehängt).

Aber Isser Harel, der israelische Offizielle, der das Team leitete, das Eichmann gefangennahm, hat eindeutig erklärt, daß Wiesenthal "absolut gar nichts" mit der Gefangennahme zu tun hatte.

"Alle Informationen, die Wiesenthal vor und während der Vorbereitung der Operation beisteuerte, waren ausgesprochen wertlos, manchmal sogar irreführend und negativ", sagt Harel. (Harel ist der führende Kopf sowohl von Mossad als auch Shin Bet, Israel's auswärtigen und inneren Sicherheits-Agenturen). Arnold Forster, General Staatsanwalt der "Anti-Defamation Liga" von "B'nai B'rith", der einflußreichen zionistischen Organisation, berichtet in seinem Buch "Square One", daß kurz bevor die Israelis Eichmann in Argentinien gefangennahmen, Wiesenthal ihn sowohl in Japan als auch in Saudi Arabien vermutete.

In einem von Wiesenthal's außergewöhnlichsten Fällen war ein Mann aus Chikago mit Namen Frank Walus verwickelt. In einem vom Dezember 1974 datierten Brief beschuldigt er Frank Walus, während des Krieges in Czestochowa und Kielce in Polen "Juden an die Gestapo ausgeliefert zu haben". Dieser Brief veranlaßte die Regierung der USA, eine Ermittlung und ein Rechtsverfahren gegen Walus einzuleiten.

Die WASHINGTON POST setzte sich im Mai 1981 mit dem Fall in einem Artikel mit der Überschrift "Der Nazi, der keiner war" auseinander: "Wie eine Hexenjagd durch Richter, Presse und Ermittlungsbeamte" einen unschuldigen Mann als Kriegsverbrecher brandmarkte". Der lange Bericht, der durch die amerikanische Anwaltschaft zur Veröffentlichung freigegeben war, lautete:

Im Januar 1977 beschuldigte die Regierung der Vereinigten Staaten einen Chikagoer namens Frank Walus, während des Krieges in Polen Greueltaten begangen zu haben. In den folgenden Jahren geriet dieser pensionierte Fabrikarbeiter in Schulden, um mehr als US$ 60.000 für seine Selbstverteidigung aufzubringen. Er saß allein im Gerichts-Saal, während 11 jüdische "Überlebende" der Nazi-Besatzung in Polen aussagten, daß sie ihn Kinder, eine alte Frau, eine junge Frau, einen Buckligen und andere ermorden sahen.. . . Überwältigende Beweise zeigen, daß Walus kein Nazi-Kriegs-Verbrecher war, daß er während des II. Weltkrieges nicht einmal in Polen war. .. . . In einer Atmosphäre von Haß und . . . Abscheu. . . , die an Hysterie grenzte, verfolgte die Regierung einen unschuldigen Mann.

1974 denunzierte Simon Wiesenthal, der berühmte "Nazi-Jäger" von Wien, Walus als"einen Polen in Chikago, der im Dienste der Gestapo in die Ghettos von Chestochowa und Kielce gegangen sei und der Gestapo eine Anzahl von Juden überantwortet habe". Mit anderen Worten, obwohl Wiesenthal's "Berichte" über Walus in Wirklichkeit nichts anderes als leere Gerüchte waren, machte er einfach weiter und beschuldigte ihn trotzdem.

Im April 1978, in einer Zeit, als der Fall ins Auge gefaßt wurde, besuchte Wiesenthal Chikago und gab Interviews, bei denen er das Verdienst für den Walus-Fall für sich in Anspruch nahm. Die Überschrift in der Tages-Zeitung "Sun Times" lautete: "Wie Nazijäger dabei half, Walus zu finden". Wiesenthal erzählte der Zeitung, daß es bei ihm nie einen Fall von Verwechslung gegeben habe, und fügte hinzu: "Ich weiß, daß es Tausende von Leuten gibt, die auf einen Irrtum warten".

Erst nach einem erschöpfenden Rechtsstreit war der Mann, der als der Schlächter von Kielce verleumdet und körperlich angegriffen worden war, endlich in der Lage zu beweisen, daß er die Kriegsjahre als friedlicher Arbeiter auf einem Bauernhof in Deutschland verbracht hatte. Wiesenthal's unverantwortliches und rücksichtsloses Verhalten im Fall Walus hätte eigentlich genügen müssen, ihn für alle Zeit als einen zuverlässigen Ermittler in Mißkredit zu bringen. Aber sein "Teflon-Ruf" überlebte sogar das.

Unrecht im Fall Mengele

Vieles an Wiesenthal's Mythos basiert auf seiner Jagd nach Josef Mengele, dem Arzt, der während des Krieges in Auschwitz war und "Engel des Todes" genannt wurde. Immer und immer wieder behauptete Wiesenthal, er sei Mengele dicht auf den Fersen. Wiesenthal berichtete, daß sein Informant den schwer zu fassenden Doktor in Peru, Chile, Brasilien, Spanien, Griechenland und einem halben Dutzend anderen Gegenden in Paraguay gesehen oder gerade verfehlt hatte. Im Sommer 1960 kam er gerade noch mit knapper Not davon. Wiesenthal berichtete, daß Mengele sich auf einer kleinen griechischen Insel versteckt hielt, von der er nur ein paar Stunden zuvor entkam. Wiesenthal fuhr fort, die Geschichte zu verkaufen, komplett mit genauen Einzelheiten, sogar noch, nachdem ein Reporter, den er mit der Nachprüfung beauftragt hatte, ihn darüber informiert hatte, daß die ganze Geschichte von Anfang bis Ende falsch war.

1977 sagte Wiesenthal, Mengele würde regelmäßig in den feinsten Restaurants in Asuncion, der Hauptstadt von Paraguay, essen und wahrscheinlich würde er in seinem schwarzen Mercedes und einem Schwarm schwer bewaffneter Leibwächter durch die Stadt fahren. 1985 kündigte Wiesenthal an, daß er "100% sicher sei", daß Mengele sich zumindest bis zum Juni 1984 in Paraguay versteckt gehalten habe und behauptete, daß die Mengele Familie in West-Deutschland genau wisse wo.

Wie sich herausstellte, lag Wiesenthal damit völlig falsch. Später wurde einwandfrei festgestellt, daß Mengele 1979 in Brasilien gestorben war, wo er jahrelang in anonymer Armut gelebt hatte. In Wahrheit war die dicke Mengele-Akte in Wiesenthal's Wiener "Dokumentations-Zentrum" eine solche Anhäufung nutzloser Informationen, daß sie - mit den Worten der London "Times" - nur "seinen selbstbestätigenden Mythos aufrechterhielt und denen, die offensichtlich eine definitive Antwort auf Mengele's Schicksal brauchten, ein kleines Gefühl von Zufriedenheit gab".

Sogar Israel's früherer Botschafter in Paraguay, Benjamin Varon, kritisierte 1983 vorsichtig die falsche Mengele-Kampagne: "Wiesenthal gibt regelmäßig Erklärungen darüber ab, daß er dabei ist, ihn zu fangen; vielleicht, seitdem Wiesenthal selbst das Geld für seine Tätigkeit aufbringen muß; und der Name Mengele ist jederzeit gut dafür, ein Loch zu stopfen."

Menschliche Seife

Wiesenthal hat einer der skurrilsten Holocaust-Geschichten Umlauf und Glaubwürdigkeit verliehen, der Behauptung, daß die Deutschen aus den Leichen ermordeter Juden Seife herstellten. Dieser Erzählung zufolge stehen die Buchstaben "RIF" auf den von Deutschen hergestellten Seifenstücken für "Pure Jewish Fat" (rein jüdisches Fett). In Wirklichkeit standen die Buchstaben für "Reichsstelle für industrielle Fettversorgung".

Wiesenthal verbreitete die "Menschenseife"-Legende im Jahr 1946 in der österreichisch-jüdischen Gemeinde-Zeitung "Der Neue Weg". In einem Artikel mit dem Titel "RIF" schrieb er die schrecklichen Worte: "Transport für Seife" hörte man zum ersten Mal Ende 1942. Es war im (polnischen) General-Gouvernement, und die Fabrik war in Galicia, in Belzec. Von April 1942 bis Mai 1943 wurden in dieser Fabrik 900.000 Juden als Rohmaterial für Seite benutzt".

"Nachdem die Leichen in verschiedene Rohmaterialien verwandelt worden waren". schrieb Wiesenthal, "wurde der Rest, das zurückgebliebene fettige Zeug, zur Herstellung von Seife benutzt". Er fährt fort: Nach 1942 wußten die Menschen im General-Gouvernement sehr gut, was RIF-Seife bedeutete. Die zivilisierte Welt wird vielleicht nicht glauben, mit welcher Freude die Nazis und ihre Freunde im General-Gouvernement an diese Seife dachten. In jedem Stück Seife sahen sie einen Juden, der wie durch Zauberei da hineingebracht worden war und dadurch daran gehindert wurde, ein zweiter Freud, Ehrlich oder Einstein zu werden.

In einem anderen, im Jahr 1946 veröffentlichten phantasievollen Artikel mit dem Titel "Belzec Seifenfabrik", sagt Wiesenthal, daß angeblich Massen von Juden mit elektrischen Duschen umgebracht worden seien: Die Menschen, zusammengepfercht und angetrieben von der SS, Litauer und Ukrainer, gehen durch eine offene Tür in ein "Bad". Es faßt 500 Menschen. Der Boden des "Baderaums" war aus Metall, und von der Decke hingen Brauseköpfe. Wenn der Raum gefüllt war, schaltete die SS den 5.000 W starken Strom in der Metallplatte ein. Zur gleichen Zeit strömte Wasser aus den Brauseköpfen. Ein kurzer Schrei, und die Hinrichtung war vorüber. Ein SS Chefarzt mit Namen Schmidt, entschied durch ein Guckloch, daß die Opfer tot waren. Eine zweite Tür wurde geöffnet, und das "Leichen-Kommando" kam herein und entfernte die Toten schnell. Es war bereit für die nächsten 500.

Heute akzeptiert kein gut beleumdeter Historiker mehr die Geschichte von den jüdischen Leichen in Belzec oder irgendwo anders, die in Seifenstücke verwandelt wurden oder daß Juden durch elektrischen Strom hingerichtet worden sein sollen.

Unterschiedliche Geschichten

Trotz allem, was über ihn geschrieben wurde, ist immer noch nicht geklärt, was Wiesenthal während des Krieges unter der deutschen Besatzung getan hat. Er hat in drei verschiedenen Darstellungen über seine Tätigkeit während des Krieges beunruhigend widersprüchliche Geschichten erzählt.

Sowjetischer Ingenieur oder Fabrik-Mechaniker?

In einem Verhör im Jahr 1948 erklärte Wiesenthal unter Eid, daß er "zwischen 1939 und 1941 als sowjetischer Chef-Ingenieur in Lvov und Odessa gearbeitet habe". In seiner Autobiographie von 1967 "Die Mörder sind unter uns" behauptet er, daß er die Periode zwischen September 1939 und Juni 1941 in dem sowjetisch besetzten Lvov zugebracht habe, wo er als Mechaniker in einer Fabrik arbeitete, die Bettfedern herstellte. Nachdem die Deutschen im Juni 1941 die Provinz Galizien unter Kontrolle nahmen, wurde Wiesenthal in dem KZ Janowska bei Lvov interniert, von wo er einige Monate später in ein Lager transportiert wurde, das mit den Reparatur-Werkstätten (OAW) der Ostbahn ("Ost-Eisenbahn") in Lvov in dem von Deutschland besetzten Polen verbunden war.

Partisanenkämpfer?

Der nächste Teil von Wiesenthal's Leben - von Oktober bis Juni 1944 - ist der dunkelste, und seine Darstellungen über diese Periode sind sehr widersprüchlich. Während seines Verhörs im Jahr 1948 sagte Wiesenthal, daß er aus dem Lager Lvov geflohen sei und sich der "Partisanen-Gruppe, die in der Umgebung von Tarnopol-Kamenopodolsk operierte, angeschlossen habe". Er sagte, daß er "vom 6. Oktober 1943 bis Mitte Februar 1944 Partisan war" und erklärte, daß seine Einheit gegen die ukrainische Wehrmacht gefochten habe, beide von der SS "Galicia" Division und der unabhängigen UPA Partisanen-Einheit.

Wiesenthal sagt, daß er den Rang eines Leutnants und dann eines Majors hatte, und daß er für den Bau von Bunkern und Verstärkungslinien verantwortlich gewesen sei. Er deutete an, daß diese (angebliche) Partisanen-Einheit Teil der Armia Ludowa ("Volks-Armee") gewesen sei, der polnischen kommunistischen Wehrmacht, die von den Sowjets eingerichtet und kontrolliert gewesen sei. Er sagte, daß er und andere Partisanen im Februar 1944 sich in Lvov eingeschlichen hätten, wo sie von Freunden der A.L. (Volks-Armee) Gruppe versteckt wurden. Am 13. Juni 1944 sei seine Gruppe durch die Deutsche Feld-Polizei gefangengenommen worden.

Fast die gleiche Geschichte erzählt Wiesenthal in einer Eidesstattlichen Erklärung im Januar 1949. Er sagt, daß er im frühen Oktober 1943 aus der Internierung geflohen sei und dann während 8 Monaten als Partisan in den Wäldern gegen die Deutschen gekämpft habe - vom 2. Oktober 1943 bis März 1944. Danach habe er sich von März bis Juni 1944 in Lvov versteckt gehalten.

In seiner Autobiographie erzählt er 1967 eine vollkommen andere Geschichte. Dort berichtet er, daß er sich nach seiner Flucht von den Ostbahn-Reparatur-Werstätten vom 2. Oktober 1943 bis zum 13. Juni 1944 in den Häusern von verschiedenen Freunden versteckt habe, als er von polnischer und deutscher Polizei entdeckt und in ein Konzentrationslager zurückgebracht wurde. Er macht keine Bemerkung über eine andere Partisanen-Mitgliedschaft oder -Tätigkeit.

Sowohl während seines Verhörs im Jahr 1948 als auch in seiner Autobiographie vom Jahr 1967 spricht er davon, daß er am 15. Juni 1944 Selbstmord verüben wollte, indem er sich die Handgelenke durchschnitt. Bemerkenswerterweise wurde er durch einen SS-Arzt vom Tode errettet und erholte sich in einem SS-Hospital. Er verblieb für einige Zeit mit "Doppelrationen" im Konzentrationslager Lvov und dann, berichtet er in seiner Autobiographie, wurde er verschiedenen Arbeitslagern zugeteilt. Die verbleibenden chaotischen Monate bis zum Ende des Krieges verbrachte er in verschiedenen Lagern, bis er am 5. Mai 1945 in Mauthausen (bei Linz) von den amerikanischen Streitkräften befreit wurde.

Erfand Wiesenthal eine Vergangenheit als heroischer Partisan? Oder versuchte er später seine Tätigkeit als Kommunisten-Bekämpfer zu verschleiern? Oder ist die wahre Geschichte überhaupt ganz anders - und zu beschämend, sie einzugestehen?

Arbeitete Wiesenthal während des Krieges freiwillig für seine Unterdrücker?

Das ist die Behauptung seitens des Österreichischen Bundeskanzlers Bruno Kreisky, selbst mit jüdischen Ahnen und während vieler Jahre Führer der sozialistischen Partei seines Landes. Während eines umfassenden Interviews mit ausländischen Journalisten im November 1975 beschuldigte Kreisky Wiesenthal, "Mafia- Methoden" anzuwenden, wies seine Heuchelei von "moralischer Autorität" zurück und deutete an, daß er ein Agent für die deutschen Behörden gewesen zu sei.

Mauthausen-Mythos

Vor dem "Nazijäger" war der _____(unreadable) gewissenlose Propagandist. In seinem sensationellen Buch "KZ Mauthausen", veröffentlicht 1946, zitiert er ausführlich aus der angeblichen "Beichte auf dem Totenbett" des Mauthausen-Kommandanten Franz Ziereis, derzufolge in dem nahegelegenen Hartheim Satelliten-Lager 4 Millionen Menschen mit Carbon Monoxid vergast worden seien. Diese Behauptung ist vollkommen absurd, und kein ernsthafter Holocaust-Historiker akzeptiert sie. Ebenfalls der durch Wiesenthal zitierten Ziereis-"Beichte" zufolge, töteten die Deutschen in Polen, Litauen und Lettland weitere 10 Millionen Menschen. In Wirklichkeit ist diese "Beichte" vollkommen unwahr und unter Folter gegeben.

Jahre später log Wiesenthal immer noch über Mauthausen. In einem im April 1983 der Zeitung "USA Today" gegebenen Interview, sagt er über seine Erfahrungen in Mauthausen: "Ich war einer der 34 von 150.000 Gefangenen, die dorthin gebracht worden waren und überlebten." Das ist eine klare Lüge. Die Jahre waren offensichtlich nicht freundlich zu Wiesenthal's Erinnerungsvermögen, da er in seiner Autobiographie schrieb, daß nach der Befreiung durch die Amerikaner am 5. Mai 1945, "fast 3.000 Gefangene starben". Der Encyclopaedia Judaica zufolge, überlebten in dem Mauthausen- Komplex wenigstens 212.000 Insassen.

"Kommerzialisierung des Holocaust"

Simon Wiesenthal und das Zentrum in Los Angeles, das seinen Namen trägt, "kommerzialisieren" und "trivialisieren" den Holocaust, dem Direktor des israelischen "Yad Vashem Holocaust-Zentrums" (Jerusalem) zufolge. Diese Anschuldigung wurde im Dezember 1988 in der israelischen Tageszeitung "Ha'aretz" veröffentlicht.

Die Brooklyner Wochenzeitung "Jewish Press" kommentierte die Anschuldigung. "Das Mißvergnügen des Yad Vashem über das, was es als Kommerzialisierung des Holocaust ansieht, ist seit langem bekannt, aber dies ist der bisher offenste Angriff".

Das Los Angeles Zentrum zahlt Wiesenthal jährlich US$ 75.000 für die Benutzung seines Namens, sagt der Direktor des Yad Vashem. "Das jüdische Volk tut viele vulgäre Dinge", fährt der Bericht fort, "aber das Wiesenthal-Zentrum bringt es auf einen absoluten Höhepunkt: Die optimale Nutzung heikler Themen, um Geld zu machen. . . "

Kreisky faßt zusammen

Natürlich hat Wiesenthal nicht immer Unrecht. 1975 gibt er in einem Brief, der in der britishen Zeitschrift "Books and Bookmen" veröffentlicht wurde, zu, "daß es auf deutschem Boden keine Vernichtungslager gab". Damit räumt er indirekt ein, daß die Behauptungen, die nach dem Krieg beim Nürnberger Prozeß und anderswo gemacht wurden, daß Dachau, Buchenwald und andere Lager in Deutschland "Vernichtungslager" gewesen seien, nicht wahr sind.

Bruno Kreisky faßte seine unzweideutige Haltung gegenüber dem "Nazi-Jäger" einmal wie folgt zusammen:

Der Ingenieur Wiesenthal, oder was immer sein Titel ist, haßt mich, weil er weiß, daß ich seine Tätigkeit verachte. Die Wiesenthal-Gruppe ist eine quasi Mafia, die mit erbärmlichen Mitteln gegen Österreich kämpft. Wiesenthal ist bekannt als jemand, der mit der Wahrheit nicht sehr sorgfältig umgeht, der in seinen Methoden nicht wählerisch ist und Tricks benutzt. Er gibt vor, der "Eichmann Jäger" zu sein, obwohl jedermann weiß, daß es das Werk eines Geheimdienstes war und daß Wiesenthal nur die Anerkennung für sich in Anspruch nimmt".

Es ist schwer zu sagen, was diesen erstaunlichen Mann antreibt. Ist es das Verlangen nach Lob und Ruhm? Oder versucht er, über eine beschämende Episode seines Lebens Gras wachsen zu lassen?

Man sieht, das Wiesenthal das Lob, das er erhält, genießt. "Er ist ein Mann mit einem bemerkenswerten Ego, stolz auf die Zeichen der Anerkennung und ehrenvollen Auszeichnungen", berichtete die "Los Angeles Times".

Kreisky gab eine einfachere Erklärung. Er sagte, daß Wiesenthal "von Haß getrieben wird". Im Licht seiner gut-dokumentierten Liste von Täuschungen, Lügen und Unfähigkeit, ist die über diesen verachtenswerten Mann ausgeschüttete Anhäufung von Lob ein trauriges Spiegelbild der käuflichen Korrumpierbarkeit und der charakterlosen Selbsttäuschung unseres Zeitalters.


Diese Broschüre ist die redigierte Fassung eines Essays, das im Journal für Historical Review (Winter 1989-9o, Ausgabe 9, Nr.4) erschien. Vollständige Quellenangaben befinden sich im Essay. - Das Journal erscheint zweimonatlich.

- Mark Weber, Mitglied des Editorial Advisery Board des Instituts für Historical Review, studierte Geschichte an den Universitäten von Illinois (Chikago), München, Portland State und Indiana (M.A.1977). Im März 1988 machte er fünf Tage lang als Expert-Zeuge für die "Endlösung" und den Holocaust Aussagen vor einem Distrikt-Gericht in Toronto. Seine vielen Artikel, Reviews und Essays über moderne Europäische Geschichte erschienen im Journal für Historical Review und anderswo.


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